Krankheitsbedingte Minderproduktivität

Die krankheitsbedingte Minderproduktivität ist auch angesichts des weiter wachsenden Anteils arbeitsfähiger chronisch Kranker im Betrieb inzwischen eine wichtigere Produktivitätsbremse als die krankheitsbedingten Fehltage.

Hauptursachen für krankheitsbedingte Minderproduktivität sind Depressionen und schmerzhafte Erkrankungen des Bewegungsapparates (v. a. Erkrankungen im Bereich der Wirbelsäule).

Bei depressiven Episoden ist fast immer auch der Antrieb und damit unmittelbar die Arbeitsleistung herabgesetzt. Dies führt dazu, dass nach einer amerikanischen Studie (Stewart et al., JOEM 2003) bei Depressionen 0,6 Arbeitsstunden pro Woche durch Fehlzeiten aber 4,5 Arbeitsstunden pro Woche durch krankheitsbedingte Minderproduktivität verloren gehen.

Die meisten depressiven Episoden werden heute nicht erkannt und nicht behandelt, obwohl es inzwischen gut wirksame Therapiemöglichkeiten gibt. Überforderung am Arbeitsplatz führt zu weiterer Leistungseinbuße und dann u. U. zur Langzeitarbeitslosigkeit. Bei der Wiedereingliederung müssen aktuelle Leistungsfähigkeit und Anforderungen am Arbeitsplatz in Einklang gebracht werden, da Überforderung hier schwerwiegende Rückfälle nach sich ziehen kann.

Bei Erkrankungen des Bewegungsapparates reduzieren schmerzhafte Bewegungs- und Beweglichkeitseinschränkungen die Leistungsfähigkeit.

Nach einer weiteren amerikanischen Studie (Lockheed, New England Medical Center, Boston 2002) führen Rückenschmerzen allein zu Produktivitätsverlusten von 5,5%. Auch überwiegen die unzureichend behandelten Fälle. Erst nach entsprechender Diagnostik und Therapie können daher mögliche Fehlbeanspruchungen am Arbeitsplatz angegangen werden. Bei erforderlichen Umstellungen am Arbeitsplatz kann insbesondere hier möglicherweise z. B. auf Leistungen zur Teilhabe der Rentenversicherung zurückgegriffen werden.

Interessant ist, dass bei der einzigen durchgehend betriebswirtschaftlich bewerteten Studie zum BEM (BMW Regensburg, Magin 2004) ein Return on invest (ROI) von 20 allein im ersten Jahr erwirtschaftet wird. Der Großteil des Gewinns kam durch Reduktion der vorbestehenden Minderleistung durch adäquaten Arbeitseinsatz zu Stande.

© Dr. Funke Consulting GmbH

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